Die Sicherheit des Kunden und des Fachpersonals bei Microneedling-Behandlungen hängt maßgeblich von der strikten Einhaltung der Hygiene- und Sterilisationsprotokolle ab. Da diese Technik die Integrität der Hautbarriere beeinträchtigt, kann die Nichteinhaltung dieser Maßnahmen schwerwiegende Folgen haben, darunter bakterielle, virale oder mykotische Infektionen sowie die Übertragung von blutübertragbaren Krankheitserregern.

Geltender regulatorischer Rahmen in Spanien

In Spanien müssen Ästhetikzentren, die Microneedling durchführen, Folgendes einhalten:

Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Das Fachpersonal muss während des gesamten Microneedling-Verfahrens folgende PSA tragen:

Vorbereitung des Arbeitsbereichs

Reinigung und Desinfektion der Oberflächen

Vor jeder Behandlung:

  1. Alle Arbeitsflächen (Behandlungsliege, Instrumententablett, Beistelltisch) mit Krankenhausreiniger säubern.
  2. Hochgradiges Desinfektionsmittel auftragen (2% Glutaraldehyd, Natriumhypochlorit 1000 ppm oder Breitspektrum-Desinfektionsmittel mit viruzider und fungizider Wirkung).
  3. Behandlungsliege mit Einweg-Papier abdecken (zwischen jedem Kunden wechseln).
  4. Material auf einem sterilen, bis zur Verwendung abgedeckten Instrumententablett vorbereiten.

Einwegmaterial

Folgende Materialien müssen Einwegartikel sein und nach jedem Kunden in den entsprechenden Behälter entsorgt werden:

Wartung des Dermapen-Geräts

Gerätekörper

Der Dermapen-Körper (der motorisierte Teil, der die Kartusche hält) kommt nicht in direkten Hautkontakt, kann aber durch Spritzer kontaminiert werden. Nach jeder Sitzung:

  1. Nadelkartusche mit Handschuhen entfernen, ohne die Nadeln direkt zu berühren.
  2. Gerätekörper mit einem in Alkohol-Desinfektionsmittel (70% Ethanol oder Isopropanol) getränkten Tuch reinigen oder gemäß Herstellerangaben.
  3. Nicht in Flüssigkeiten eintauchen oder im Autoklaven sterilisieren (elektronische Komponenten vertragen dies nicht).
  4. In der Schutzhülle an einem sauberen, trockenen Ort aufbewahren.

Nadelkartuschen

Nadelkartuschen sind Einwegartikel. Sie dürfen niemals beim selben Kunden zwischen den Sitzungen wiederverwendet werden, und schon gar nicht zwischen verschiedenen Kunden. Die Verwendung abgenutzter oder verformter Nadeln verringert die Behandlungseffizienz und kann Hautrisse verursachen.

Abfallentsorgung

Die bei einer Microneedling-Behandlung anfallenden Abfälle sind Sanitärabfälle der Klasse II (nicht-spezielle biosanitäre Abfälle). Ihre Entsorgung muss Folgendes einhalten:

Prävention spezifischer Infektionen

Prävention von Lippenherpes

Bei Kunden mit rezidivierendem oralem Herpes (HSV-1) kann Microneedling im perioralen Bereich einen Ausbruch auslösen. Bei Risikokunden wird eine Prophylaxe mit oralem Aciclovir (ärztlich verschrieben) 24–48 Stunden vor der Behandlung empfohlen. Bei aktivem Ausbruch die Behandlung verschieben.

Kreuzkontamination

Äußerste Vorsichtsmaßnahmen zur Vermeidung von Kreuzkontamination zwischen Kunden treffen. Kosmetische Produkte (BCN-Wirkstoffe) dürfen nicht zwischen Kunden geteilt werden: Jede Ampulle wird vollständig verwendet oder der Rest verworfen. Den Applikator nach Hautkontakt nicht erneut in die Ampulle einführen.

Checkliste vor der Sitzung

Vor Beginn jeder Sitzung überprüfen: